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Hier mal ein Post für jeden Unternehmer der schon immer einmal eine Ausschreibung für Grünstrom machen wollte.

Für jeden der sich schonmal gefragt hat: „Wie lassen sich Klimaschutz und Umweltpolitik denn bei mir im Einkauf vereinen?“

Die Serie startet heute zum Thema Grünstrombeschaffung und soll folgende Fragen beantworten:

– Wie gestalte ich solch eine „Grünstrom“-Ausschreibung?

– Wie gehe ich sicher, dass der Strom auch wirklich grün ist?

– Inwiefern erreiche ich eine „Nachhaltigkeit“?

Beispiel:

„Einkauf – Ökostrom“
Auftragsgegenstand: Bezug von Strom aus einem bestimmten Anteil aus erneuerbaren Energiequellen


Technische Spezifikation:

A) Mindestens 65% des gelieferten Stroms muss aus erneuerbaren Energiequellen (EE),
entsprechend der Definition in Artikel 2 Buchstabe a der Richtlinie 2001/77/EG, stammen.

B) 35% des Stroms aus
den EE muss aus neuen Anlagen stammen. Als neu sind alle Anlagen anzusehen die 3 Jahre vor Bekanntgabe des
Auftrags in Betrieb genommen wurden.

C) Insgesamt sollte der Strom atomstromfrei sein. Nachweise müssen
jeweils für die Herkunft des Stroms und das Alter der Anlagen erbracht werden.
Zuschlagserteilung: Der Auftrag wird an den Bieter vergeben, der bei der Ermittlung des gesamtwirtschaftlichen
besten Angebots, die höchste Anzahl an Punkten erreicht.

Dabei gilt es folgendes Schema zu beachten.
A) Zusätzliche Anteile EE Strom aus neuen Anlagen: 10 Punkte für jeden Anteil über dem gefordertem
Leistungsniveau


B) Zusätzliche Anteile EE Strom: 5 Punkte für jeden Anteil über dem gefordertem Leistungsniveau


C) Begünstigung anderer EE als Wasserkraft: 5 Punkte für jeden Anteil aus EE der nicht aus Wasserkraft
bezogen wird

Bieter müssen nachweisen können, die genannten Kriterien erfüllen zu können um die jeweiligen Punkte zu erhalten.
Vertragsbedingungen: Die Kommune behält sich das Recht vor Kontrollen durchzuführen die sicherstellen, dass
der Auftragsgegenstand stets erfüllt wird.

Vgl.:ICLEI Europasekretariat GmbH, D-79013 Freiburg: Das Procura+ Handbuch für Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz in der
öffentlichen Beschaffung, 2. Auflage, Freiburg 2007, Seite 78-80
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